Kojencharter für Einzelbucher

 

Dies ist ein eher unkommerzielles Angebot, Segeln sehr direkt zu erleben, eine Mischung aus Segelkurs und Bootcharter. Zur Verfügung stehen ein seegängiger Katamaran, die Ostsee und ein Segler, der auf ihr groß geworden ist.

 

Auf dieser Seite finden Sie alles, was Ihnen eine möglichst umfassende Vorstellung von dem, was ich anbiete, vermittelt. Sollten Sie mehr wissen wollen, mailen Sie! Ich bin gespannt.

Die Idee

Menschen auf einem einfachen Boot Küstensegeln mit all seinen Facetten zeigen (abgesehen vom Regattasegeln).

 

Was Sie bekommen

Eine Woche (oder kürzer), ein Boot mit Koje und Verpflegung. Sie sind versorgt und müssen sich um keine „normalen“ Dinge kümmern. Dazu jemand, der weiß, wie es geht (der das Boot sonst allein segelt) und Lust hat, Ihnen alles, was Sie am Segeln interessiert, zu zeigen. Egal, ob Sie Segeln fühlen, sich auf einen Führerschein vorbereiten oder einfach nur zurücklehnen wollen. Dabei gibt es einfaches und gutes Essen und frische Luft bis zum Umfallen. Sie werden voll und leer zugleich nach Haus fahren.

 

Weil ich nur eine Person komfortabel mitnehmen kann, bekommen Sie sozusagen Einzelunterricht und ein Boot für sich. Sie können auch zu zweit kommen, was bedeutet, dass Sie Löffelchen in der Koje schlafen müssen oder einer von beiden an Deck unter´m Zelt.

Ihre Wahl (sofern das Wetter mitspielt)

Wir können Tagestörns von Flensburg aus machen (mit der Möglichkeit, an Land zu schlafen) oder auf Tour nach Dänemark gehen. Wir können die Sinnlichkeit der Segelei entdecken (z.B. wie fühle ich, ob das Boot harmonisch läuft?) oder auch Mann-über-Bord-Manöver üben (ist Teil der praktischen Führerscheinprüfung). Wir können im Morgengrauen ablegen oder mittags. Wir können in der freien Natur ankern oder in netten Häfen übernachten.

 

Ich

bin Meeresbiologe und Journalist (u.a. für DIE YACHT), auf verschiedenen Segelbooten und Forschungsschiffen gefahren und an der Kieler Förde aufgewachsen. Meine Eltern hatten ein kleines Holzboot. Habe dann viele kleine Boote gesegelt, was wie Fahrrad- im Vergleich zu Autofahren ist. Man lernt einfach direkter, weil man so schnell umkippt. Mit meinem eigenen Boot bin ich kreuz und quer durch die Dänische Südsee und bis nach Stockholm gesegelt. Darüber hinaus habe ich verschiedene Yachten geskippert, als Segellehrer (DHH-Chiemsee) gearbeitet und bin drei Mal (als Crew) über den Atlantik gesegelt. Ich bin 40 und lebe in Flensburg.

 

Das Boot

Ein 8m langer Katamaran, so leicht wie eine große Jolle, aber mit der Grundfläche einer kleinen Wohnung. Schnell und sehr spannend zu segeln, aber mit zwei trockenen Kajüten. Feinfühlig, um gut lernen zu können, aber mit dem Komfort eines VW-Bullis. Und immer waagerecht.

Details zum Boot

Der Kat folgt dem Vorbild polynesischer Kanus und hat entsprechend harmonische Linien. Er ist vor 6 Jahren sehr solide gebaut und anschließend kaum benutzt worden und deswegen noch sehr frisch. Die Segel sind einfach zu verstehen und bedienen, trotzdem kann das Boot faszinierend schnell werden. Segeln pur.

 

Das Boot hat keinen Motor, was das Erleben intensiviert und das Können schult. Es gibt alles, was man für ein angenehmes und sicheres Leben an Bord braucht, jedoch kein Badezimmer. Weil sich waschen im Meer nicht jedes Menschen Elixier ist, biete ich Tagestörns mit Landkontakt und dementsprechend sanitären Anlagen in Yachthäfen an.

 

Sie haben Ihre eigene Kajüte (jeder Rumpf hat eine), wo man sich zurückziehen kann. Darin ist eine schmale, gut gepolsterte Koje, Kopffreiheit im Sitzen und Platz für die Klamotten. Zwischen den Rümpfen befindet sich der Platz, wo wir frühstücken (mit Zelt) und von wo aus das Boot gesegelt wird. Vorn zwischen den Rümpfen ist ein Netz gespannt – bei Sonne und leichtem Wind ein wunderbarer Platz. Man kann von Bord aus baden und wegen des flachen Tiefgangs (Kniehöhe) auch an den Strand waten.

 

Gekocht wird auf einem einflammigen Spirituskocher. Deswegen fallen opulente Menüs aus. Stattdessen gibt es Suppen, Eintopf und Pasta – lieber frisch als aus der Dose. Ansonsten Salat, wenn machbar frischen Fisch, und vieles was gesund und vor allem nahrhaft ist, weil man auf See schnell Hunger bekommt (Müsli, Porridge, Brot).

 

An Bord gibt es Strom für die Navigation; elektrische Geräte können Sie Zuhause lassen, es sei denn Sie haben ein Ladekabel für 12 Volt.

 

Bootstyp     : Tiki 26

Länge          : 7,90m

Breite          : 4,80

Tiefgang      : 0,50

Gewicht       : ca. 750 kg

Segel           : Fock, Groß, Spinnacker, Sturmfock                            

Liegeplatz    : Flensburg, Schleswig-Holstein

Das Revier

Die Ostsee von Flensburg aus bis hoch nach Schweden. Viele liebliche, geschützte Ecken, wenn man will aber auch Hochsee ohne Landkontakt. Da ich auch eigene Segelideen habe, in die ich Sie bei Interesse gern integriere, kann es sein, dass Ausgangs- und Zielhafen nicht Flensburg sind. Das bedeutet, dass sie zu einem Hafen in der Ostsee kommen müssten. Sollte dies der Fall sein (vor allem in der Mitte des Sommers), werde ich Sie lang im voraus informieren.

 

Abmachung

In dem unglücklichen Fall von Dauerregen oder wenn die Chemie einfach nicht stimmt, erstatte ich Ihnen die Hälfte der nicht genutzten Zeit (in bar).

 

Haftung

Weder habe ich ein Charterunternehmen, noch ließe sich das Boot mit vertretbarem Aufwand den offiziellen Normen anpassen. Deswegen übernehme ich keine Haftung für Schäden an Leib und Gut. Natürlich unterliege ich den Kategorien der Sorgfaltspflicht (fahrlässig – grob fahrlässig) und den Regeln guter Seemannschaft. Seemannschaft ist alles, was zur sicheren Führung eines Schiffes dazu gehört. Auf Gutdeutsch: Fehler können passieren, grobe Fehler nicht. Der Kapitän eines Schiffes übernimmt generell die Verantwortung für alles, was mit dem Boot und den Menschen drauf passiert (bis hin dazu, dass er auf Hoher See ein Paar vermählen darf). Deswegen hat er auch seemännisch das letzte Wort, vor allem, wenn es darum geht, Dinge nicht zu tun (baden bei unklarem Wetter, auslaufen bei Starkwind, etc.).

  

Termine

Von Mai bis September. Generell sollte man auf der Ostsee immer mit frischem Wetter rechnen, und auf See ist es bei Wind selten kuschelig. Dennoch bieten Juli und August natürlich die größte Chance auf angenehme Temperaturen, vor allem, weil das Wasser warm ist.

 

Preise

200,- Euro pro Tag,

500,- für drei Tage,

1000,- für eine Woche

(egal, ob eine oder zwei Personen mitkommen; berechnet werden nur ganze Tage, An- und Abreisetag sind somit frei)

 

worin alle anfallenden Kosten enthalten sind (von Verpflegung bis zu Hafengebühren). Hotelkosten, wenn Sie lieber an Land schlafen möchten, und Restaurantbesuche kommen natürlich hinzu.

 

Was Sie brauchen

Gummistiefel, leichte Schuhe ohne Absatz und heller Sohle, Sonnencreme, Segelhandschuhe (oder abgeschnittene Fingerhandschuhe), weil die Hände am, ehesten in Mitleidenschaft geraten, Hautcreme, Schlafsack oder Bettwäsche (komplett), vielleicht ein dickes Buch, warme wie sonnige Klamotten (aber von, beidem viel weniger als man einpacken möchte, weil an Bord nicht unendlich Platz ist und man sich sonst einmüllt), Musik kann toll sein, meist hat man aber gar kein Bedürfnis danach.

 

Was Sie nicht brauchen

Ölzeug, Schwimmweste und Lifebelt sofern Sie allein kommen.

 

Der Ablauf (in Abhängigkeit vom Wetter)

Wahrscheinlich kommen Sie am späten Nachmittag an. Sie richten Ihre Kajüte ein, wir trinken und essen was, ich erkläre Ihnen ein paar Grunddinge zur Sicherheit (über Bord fallen, Finger klemmen, ausrutschen). Hinterher können wir an Bord schnacken oder in die Stadt gehen (Flensburg hat einen der schönsten Häfen der Welt). Am nächsten Tag legen wir ab. Wenn Sie möchten, können Sie sich zunächst in eine Ecke setzen, alles angucken und genießen: Die Segel stehen, das Boot bewegt sich lautlos vorwärts. Wunderbar!

 

Wenn sie sich vertraut fühlen, zeige ich Ihnen, wie man steuert, wie die Segel stehen müssen, worauf man auf See achtet. Als erstes lernen Sie also (wie ein Fahrschüler im Auto), das Ding zu fahren. Und dann kommen (je nach Interesse) Themen hinzu, wie:

Wie weiß ich, wo ich bin und wohin ich will?

Was muss man vorbereiten, wenn man in einen Hafen kommt?

Was bedeuten eigentlich die Bojen?

An welchem Tau soll ich ziehen (Vokabeln lernen)?

Wie kocht man lecker mit einer Flamme?

Weil Segeln so viel ist, kann man diese Liste verlängern bis hin zu philosophischen Grundfragen des Lebens. Muss man aber auch nicht.

 

Von Tag zu Tag lernen Sie mehr und erfahren, wie quälend lange es dauern kann, bis man endlich im Hafen ist, wie gigantisch andererseits Stille in absoluter Weite ist. Bei gutem Wind entdecken Sie den Spaß, mit dem Wind in den Händen das Boot zum Rennen zu bringen und wenn die Sonne scheint, werden Sie vorn im Netz vor Glück strahlen. Bei klarer Nacht können Sie da auch schlafen und morgens wie ein Seehund ins Wasser gleiten. Wenn es Sinn macht, angeln wir, aber Glück ist nicht planbar. Nach der zweiten Nacht stellen Sie erstaunt fest, dass es wirklich erst die zweite Nacht war, und nach ein paar Tagen sehen Sie ihr Leben gelassener. Alles, sofern das Wetter mitspielt. Wahrscheinlich wissen Sie von anderen Urlauben, dass z.B. auch Fahrradtouren oder Wanderungen bei Schlechtwetter einfach nur anstrengend sind. Der Unterschied zu Sonne ist aber nur, ob man sich schon dabei gut fühlt oder erst hinterher…

 

Wieder zurück an Land, haben Sie nicht nur eindrucksvolle Tage hinter sich, sondern sind schon mal richtig gesegelt, was Ihnen die Möglichkeit gibt, ab jetzt auch auf anderen Booten zu fahren.